zwischendrin.
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Aktualisiert: vor 1 Tag
Zwischen vollen Windeln und trocken werden,
Geschirr, das wartet und wachsenden Wäschebergen.
Zwischen Staub, der sich heimlich legt
und Trotz, der durch kleine Herzen fegt.
Zwischen Aufräumen und Spielzeug auf dem Boden,
großen Gefühlen und Autonomieepisoden.
Zwischen klebrigen Händen und “Muiramund”
und bunten Spuren auf weißem Grund.
Zwischen Fieberstirn und müden Liedern,
immer da sein - auch mit schmerzenden Gliedern.
Zwischen Nächten, die kaum noch mir gehören
und Gedanken, die leise an mir zehren.
Zwischen Augenringen und Schlafentzug,
Zahnen und dem nächsten Schub.
Ja irgendwo dazwischen - gibt es mich noch?
Denn irgendwie, da zweifele ich doch.
Passt denn zwischen all diesem Müssen, diesem Sein,
mein eigenes Ich denn überhaupt noch hinein?

Und so hab ich Angst, mich zu verlieren,
zwischen all den Aufgaben und einfach funktionieren.
Denn ich denke an alles - am wenigsten an mich.
Lebe zur Zeit mehr im Außen, im DU als im ICH.
So ist Vieles von mir jetzt nicht mehr da,
wesentliche Eigenheiten sind nun irgendwie unsichtbar.
Als hätte ich Teile von mir irgendwo liegen lassen,
zwischen all diesen Tagen, die ineinander verblassen.
Und so zweifle ich und frage mich doch:
Irgendwo dazwischen, gibt es mich noch?
Ja, zwischen all dem Lärm, dem Weinen, dem Lachen,
den unendlich vielen kleinen Sachen,
bin ich nicht weg, aber irgendwie verteilt:
in dir, in uns, in dieser WUNDERvoll aufregenden Zeit.
Und tief im Inneren, da spür ich es doch:
Ja, ich bin noch da - ich war es immer noch.
Ich bin gewachsen an diesen Tagen,
an überwältigender Liebe, an Zweifel, an tausend Fragen.
Aus Hingabe, aus Chaos, aus dem Leben als “Wir”,
ist sie entstanden, diese neue Version von mir.
Und sie ist vielleicht leiser, vielleicht nicht perfekt,
doch eine, die wächst und sich selbst neu entdeckt.
...und ich weiß: ja, ich bin immer noch hier.
Vielleicht nicht wie früher -
aber als wohl kostbarste Version von mir.



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