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so oder so

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Es gibt die eine Mutter, die ihr Kind im Wasser geboren hat - in einer Atmosphäre wie daheim, 

zwischen Atemzügen, Dämmerlicht und dem Gefühl: "genau so sollte es sein." 

Und die andere, die sich ganz bewusst für einen Kaiserschnitt entscheidet, 

weil sie Ruhe und Kontrolle sucht und Unberechenbares wenn möglich meidet.  

Beide kamen als frischgebackene Mutter zurück 

und waren überwältigt und so voller Liebe in diesem besonderen Augenblick.

 

Es gibt die eine Mutter, die stillt in einer endlos scheinenden Nacht, 

ihr Baby, das ohne ihre Brust und ihre Nähe sofort wieder aufwacht.  

Und die andere, die Pulver abmisst und ein Fläschchen vorbereitet

und ihr Kind mit müden Augen ganz zärtlich wieder in den Schlaf begleitet.  

Beide schenken Geborgenheit und sind ihrem Kind nah, 

flüstern aus tiefstem Herzen: "ich bin für dich da."

 

Es gibt die eine Mutter, die trägt ihr Kind nah am Herzen im Tragetuch, 

spürt jeden Atemzug, jede Bewegung und genießt diesen besonderen Geruch.  

Und die andere, schiebt ihr Baby lieber im Kinderwagen spazieren, 

bevorzugt die freie Schulter und ihr Kind vor sich nicht aus den Augen zu verlieren.  

Beide haben ihre Kinder unmittelbar bei sich, 

flanieren mit ihren Babys ganz stolz und so glücklich. 

 

Es gibt die eine Mutter, die eine Weile gänzlich aus ihrem Berufsleben verschwindet, 

weil sie in Fingerfarben und Nachmittagen am Spielplatz ihre ganze Erfüllung findet.  

Und die andere, die nach kurzer Zeit an ihren Arbeitsplatz zurückgeht, 

weil sie ihren Job auch liebt und dort ein Teil von ihr lebt. 

Beide investieren alles in ihre Kinder, ihre Energie und ganze Kraft 

und sind unendlich dankbar für ihre kostbare Mutterschaft.  

 

Es gibt die eine Mutter, die schläft im Familienbett mit kleinen Füßen im Rücken, 

liebt es, ihre Kinder auch nachts ganz fest an sich zu drücken.

Und die andere, die küsst "gute Nacht" im eigenen Kinderzimmer, 

begleitet in das Traumland und verabschiedet sich danach dann immer.  

Beide bleiben präsent und wachen auch im Schlaf, 

trösten, schenken Geborgenheit und sind da bei Bedarf.  

 


Es gibt die eine Mutter, die ihr Kind morgens in die Kita bringt,

mit dem Vertrauen, dass das Kind profitiert und eine wunderbare Betreuung gelingt.

Und die andere, die ihr Kind lieber Zuhause behält,

weil sie jeden kleinen Moment selbst begleiten möchte und ihr das so gefällt.

Beide wählen mit Liebe und aus Überzeugung - entscheiden bestimmt,

sorgen sich und wollen das Beste für ihr Kind.


Es gibt die eine Mutter, die möchte ganz viele Kinder - ohne Frage, 

ein volles Haus und ganz laute, fröhliche Sonntage.  

Und die andere, die ist vollkommen mit einem Kind, 

weil das für sie perfekt ist und ganz genau so stimmt.  

Beide sind voller Liebe und tragen den Namen "Mama" mit Dankbarkeit,

schätzen das Geschenk dieser Aufgabe und diese unglaublich kostbare Zeit.


Es gibt die eine Mutter, die braucht neben dem Mama sein nicht viel mehr,

geht in dieser Rolle auf und liebt alles daran so sehr.

Und die andere, die ihre frühere Unabhängigkeit nicht vergisst,

die manchmal damit hadert und ihr altes Leben auch mal vermisst.

Beide lieben ihre Kinder über alles und könnten nie mehr ohne sie sein,

oder würden ihr gemeinsames Leben tauschen gegen eines allein.


Es gibt die eine Mutter, die backt Haferkekse, kocht Bio und legt Wert auf Abwechslung,

liest Bücher über Schlaf, Kindesentwicklung und Erziehung.

Und die andere bestellt manchmal Pizza und kocht spontanen Schmaus,

hält nicht viel von Ratgebern - entscheidet lieber aus dem Bauch heraus.

Beide bemühen sich und lachen mit ihren Kindern am Küchentisch,

gehen ihren Weg ihrem Wesen entsprechend authentisch.


Es gibt die eine Mutter, die gestaltet den Tag mit viel Struktur, 

mag Routinen und richtet sich gerne nach der Uhr.

Und die andere, die lebt zwischen Improvisation und Spontanität, 

vergisst Brotdosen und ist mit der Schlafenszeit meist zu spät.

Beide leisten so viel und meistern ihren Alltag -

jede auf die Art und Weise, die sie mag.


Und dazwischen, da wird es tausend weitere Mütter geben,

die laufen auf tausend weiteren Wegen. 

Keine davon richtiger. Keine davon perfekt. 

Denn Mutterschaft ist etwas, das man für sich entdeckt.

kein Wettbewerb, kein „besser“, kein heimlicher Vergleich,

sondern so vielfältig und so unglaublich facettenreich!

 

Es geht nicht darum, welcher Meinung man entspricht,

sondern die eigene wahrzunehmen - aus persönlicher Sicht.

Und den Weg zu finden, der sich im Herzen nach Zuhause anfühlt,

ankommen lässt und nicht Zweifel und Unsicherheiten aufwühlt...

Denn verschiedene Wege - ja da gibt es so viel -

das Beste zu wählen: das ist das Ziel.

Für die Mutter. Für das Kind. Für dieses eine, einzigartige Leben. 

Denn jede Mutter ist dabei, ihr Bestmögliches zu geben.


Und wahrscheinlich ist genau das die schönste Gemeinsamkeit: 

Liebe darf so viele Gesichter tragen und so viel Freiheit. 

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