plötzlich.
- vor 4 Tagen
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Und plötzlich brauchen deine Haare eine kleine Spange
und du sitzt einfach da - ganz alleine.
Plötzlich robbst du wie eine kleine Raupe
und entdeckst Ecken, die ich selbst kaum wahrgenommen habe.
Plötzlich blitzen mir zwei kleine Zähnchen entgegen, wenn du lächelst
und du strahlst, als wolltest du sie mir voller Stolz zeigen.
Plötzlich willst du alleine essen
und du zeigst mir, wie oft ich dich eigentlich unterschätze.
Plötzlich ist dein Lächeln kein Zufall mehr
und du interagierst auf deine ganz eigene kleine Weise.

Plötzlich hast du Lieblingslieder, Lieblingsspielzeug, Lieblingsessen
und mit jedem kleinen Lieblingsding wirst du ein Stück mehr du selbst.
Plötzlich greifst du nach meiner Hand - nicht reflexartig, sondern bewusst
und weißt schon so genau, was du willst.
Plötzlich drehst du dich nach meinem Lachen um, suchst meine Stimme
und scheinst schon zu verstehen, wie sehr wir miteinander verbunden sind.
Plötzlich wartest du auf meine Reaktion
und strahlst so glücklich und stolz, wenn du etwas Neues entdeckst.
Plötzlich schläfst du nicht mehr einfach ein
und kämpfst gegen die Müdigkeit, weil das Leben um dich herum
viel zu spannend geworden ist.
Plötzlich reicht der Schoß nicht mehr aus
und du willst los: immer ein kleines Stück weiter in deine eigene Welt.
Plötzlich erkenne ich deine Persönlichkeit, dein Wesen
und ich staune über all das, was längst schon in dir steckt.
Ja… plötzlich - so plötzlich bist du kein Baby mehr.
Kein kleines hilfloses Wesen, das schläft, trinkt und dort liegen bleibt,
wo ich es hingelegt habe.
Du bist so groß geworden.
Still. Heimlich.
Ja: Plötzlich entsteht Erinnerung, während ich noch mitten im Moment stecke
und ich frage mich - wie konnte ich das verpassen?



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