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mehr denn je

  • vor 9 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit

Wir wurden Eltern 

zwischen Nachtlicht und Milchflecken, 

zwischen Windelbergen und großen Gefühlen. 

Haben gelernt, dass Liebe plötzlich laut sein kann 

und müde 

und wie wenig Platz ein Tag übriglässt,  

wenn so viel gebraucht wird. 

 

Unsere Hände geben mehr als sie nehmen, 

unsere Tage sind enger geschnürt. 

Wir sprechen in To-do-Listen 

und kommen eigentlich kaum zu Wort. 

Wir teilen uns 

und tauschen uns ab, 

küssen im Vorbeigehen. 

 

Ich vermisse dich 

mitten im Gemeinsamen, 

vermisse das Wir 

ohne ein Müssen und Sollen. 

Unbändig und frei. 

Unabhängig und kompromisslos. 

 

Ich vermisse uns. 

Nicht, weil wir weg sind  

oder uns verloren haben. 

Sondern weil wir so nah sind  

und doch so beschäftigt  

mit dem Leben, das wir lieben.  

 


Ja, Eltern sein bedeutet geben. 

Paar bleiben heißt erinnern -  

daran, dass Liebe wachsen darf  

ohne sich selbst zu verlieren.  

 

Wir sind nicht mehr zwei. 

Wir sind jetzt vier. 

Und vielleicht ist genau das  

unsere leise Kunst: 

Mitten im Wirbel 

Hände zu finden, 

die sich nicht nur halten, 

sondern wählen.  

 

Immer wieder und  

mehr denn je.  

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